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Positiver Einfluss von Sport: 1. Der passive Bewegungsapparat

Unser Bewegungsapparat

Unser Bewegungssystem, auch Bewegungsapparat genannt, sichert unsere Körpergestalt und ist zudem dafür verantwortlich, dass wir morgens aus dem Bett aufstehen, eine Kaffeetasse halten und die Straße entlang laufen können. Kurz, ohne es könnten wir uns nicht vom Fleck rühren und würden zu einem kleinen Häuflein zusammenfallen.

Man unterscheidet den passiven und den aktiven Bewegungsapparat:

Den passive Bewegungsapparat stellt unser Skelett mit seinen Knochen, Knorpel und Bändern dar. 

Der aktive Bewegungsapparat besteht aus der Skelettmuskulatur (mit ihren Hilfsorganen, den Faszien, Sehnenscheiden und Schleimbeuteln) und den Sehnen.

Da der Mensch nun von Natur aus dazu gemacht ist, lange Strecken zurückzulegen, statt stundenlang in gekrümmter Haltung vor dem PC zu sitzen, kommt es oft zu Erkrankungen des Bewegungsassystems.

Rücken- und Knieschmerzen sind die am weiten verbreitetsten, doch auch Osteoporose und Arthritis lassen sich zu einem Teil auf Bewegungsmangel bzw. über Jahre anhaltende falsche Belastung zurückführen.

Im Folgenden werden wir uns die verschiedenen Komponenten unseres Bewegungssystems etwas genauer ansehen und feststellen, das Sport essenziell ist, um bis ins hohe Alter fit und Mobil zu bleiben.

Teil 1: Knochen, Knorpel und Bänder

Der passive Bewegungsapparat besteht aus Knochen, Knorpel und Bändern. Da er hauptsächlich eine Stützfunktion ausübt, wird er oft auch als Stützapperat bezeichnet.

Knochen

Das menschliche Skelett besteht aus etwa 205 Knochen. Da in Füßen und Wirbelsäule unterschiedlich viele Kleinknochen vorhanden sein können, variiert diese Zahl leicht von Mensch zu Mensch. 

Aufgaben der Knochen sind die Stabilität des Körper, der Schütz innerer Organe, Produktion von Blutzellen, und die Speicherung von Mineralien. (Calcium, Magnesium).

In unserem Skelett finden sich unterschiedlich geformte Knochen. Man unterscheidet: 

  • platte und breite Knochen (z.B. Schulterblatt)
  • kurze und lange Röhrenknochen (z.B. Oberschenkelknochen)
  • kurze Knochen (z.B. Hand- und Fußwurzelknochen)
  • unregelmäßig gestaltete Knochen (z.B. Wirbelkörper)

Allgemein lässt sich ein Knochen in Knochenhaut, Knochensubstanz und Knochenmark unterteilen. 

Im Folgenden wollen wir uns etwas genauer mit dem Aufbau der ,,klassischen´´ Röhrenknochen beschäftigen. 

Ein Röhrenknochen besteht aus Knochenschaft  (Diaphyse) und den beiden Knochenenden (Epiphysen).

Die Diaphyse ist aus stabiler Knochenstubstanz (Substantia compacta) aufgebaut. In ihrem Inneren befindet sich das gelbe Knochenmark, auch Fettmark genannt.

Die Epiphysen werden hingegen von einem Gerüst aus kleinen Knochenbälkchen gebildet (Suptancia spongiosa). 

Bei Kindern und noch nicht ausgewachsenen Jugendlichen befindet sich zwischen Epiphyse und Diaphyse die sogenannte Epiphysenfuge. Sie ist für das Längenwachstum des Knochens verantwortlich. Bei zu intensiver Belastung kann es hier zu Störungen der Verknöchern kommen, weshalb noch nicht voll Ausgewachsene es mit dem Krafttraining langsam angehen lassen sollten.

Knochen ist kein statisches Gebilde, sondern wird stets an die jeweiligen Bedürfnisse angepasst und dementsprechend umgebaut. Für den Knochenaufbau sind die sogenannten Osteoblasten zuständig, für den Abbau die Osteoklasten.

Bis zum ca. 35. Lebensjahr überwiegt der Aufbau von Knochenmasse. Danach beginnt der natürliche Abbau. Geht der Abbau über ein altersbedingtes Maß hinaus, spricht man von Osteoporose. Viel mehr Knochenmasse wird abgebaut, als neu entsteht, was zu Löchern im Knochen führt.

Körperliches Training, insbesondere Krafttraining, fördert Erhalt und Aufbau von Knochenmasse. 

Werden während dem Training mechanische Reize auf den Knochen ausgeübt (durch Muskelzug), so reagiert der Knochen darauf und bildet in den beanspruchten Bereichen neue Knochenzellen.

Hat man nun bereits in seiner Jugend ausreichend Sport getrieben, wird man dann, wenn der natürliche Abbau an Knochenmasse Mitte 30 beginnt, genug Knochenmasse aufgebaut haben, um  höchstwahrscheinlich bis ins Hohe Alter keine Probleme zu haben. 

Doch auch jenseits des 30. Lebensjahres hilft Sport dabei, den natürlichen Knochenabbauprozess zu verlangsamen. Am besten eignet sich Kraftsport, da hier größere Druck- und Zugbelastungen am Knochen entstehen als bei Ausdauertraining.  Doch natürlich fordern auch Joggen, Tennis spielen und Wandern die Muskeln und Knochen und wirken sich positiv auf deren Dichte aus. 

Knorpel

Das ebenfalls zum Stützgewebe zählende Knorpelgewebe zeichnet sich durch eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber mechanischer Belastung aus. Es ist weder von Blut- noch Nerven- oder Lymphgefäßen durchzogen, und bezieht Sauerstoff und Nährstoffen allein durch Diffusion von den umliegenden Geweben. Daraus ergibt sich auch die schlechte Regenerationsfähigkeit des Knorpels. 

Neben dem hyalinen Knorpel (Gelenkknorpel), gibt es noch den Faser- und den Elastischen Knorpel, wir wollen uns aber im Folgenden ausschließlich mit dem Gelenkknorpel beschäftigen.

Damit die Knochen in einem Gelenk nicht aneinander reiben, sind die beiden Knochenenden mit hyalinem Knorpel überzogen. Der hyaline Knorpel des einen Knochen schließt nicht direkt an den des anderen an, sondern zwischen ihnen befindet sich ein dünner Streifen an Gelenkflüssigkeit (Synovia).

Dadurch können Druck und Reibung stark vermindert werden. Wird der Knorpel nun belastet (bei körperlicher Betätigung), kommt es zu einer erhöhten Flüssigkeitsaufnahme in den Knorpel. Auf diese Weise wird die Knorpelmasse voluminöser, und der Druck pro Flächeneinheit verringert sich, was die Verletzungsgefahr mindert.

Da, wie schon erwähnt, das Knorpelgewebe keine Blutgefäße enthält, ist ausreichend Bewegung essentiell, um ihn mit Nährstoffen und Sauerstoff zu versorgen. Man kann sich das Knorpelgewebe wie einen Schwamm vorstellen: bei Belastung wird es zusammengedrückt, und Abbauprodukte ausgepresst, bei Entlastung saugt sich der Knorpel mit Wasser und darin gelösten Nährstoffen voll.

Die Dicke der Knorpelschicht variiert von einem halben Millimeter, bis hin zu 5 Millimetern (im Knie-gelenk).

Werden wir älter, so nimmt die Knorpelsubstanz ab.

Geschieht dies über ein normales Maß hinaus, spricht man von Arthrose. Gründe für Arthrose können falsche Belastung der Gelenke, ein Übermaß an Belastung (Übergewicht, schwere Körperliche Arbeit),  Fehlstellungen, aber auch angeborene Faktoren sein. 

Durch regelmäßige sportliche Betätigung reagiert der Knorpel mit einer Dickenzunahme des Knorpelgewebes.  Daraus resultiert ein verbessertes Wasserbindungsvermögen des Knorpels, was zu einer Verminderung der Reibungskräfte und Zunahme der Nähr- und Sauerstoffaufnahme führt.

Hier gilt also gleiches wie beim Knochen: Durch Training lässt sich die Knorpelmasse vermehren, was dem altersbedingten Abbau an Knorpelmasse entgegenwirkt. 

Bänder

Aufgabe der Bänder ist, bewegliche Teile des Skeletts zusammenzuhalten, und die Beweglichkeit der Gelenke sinnvoll einzuschränken. Sie verbinden Knochen mit Knochen (im Gegensatz zu Sehnen, die Knochen mit Muskeln verbinden). 

Bänder zeichnen sich durch eine hohe mechanische Belastbarkeit aus, was auf ihren kollagenfaser-   reichen Aufbau zurückzuführen ist. 

Wird ein Band jedoch zu stark belastet, kann es zu Bänderdehnungen und Bänderriss kommen. 

Da Bänder genau wie Knorpel einen sehr langsamen Stoffwechsel besitzen kann es lange dauern, bis eine solche Verletzung geheilt ist.

Sportliche Betätigung führt zu einer Erhöhung der Kollagenmenge und damit Dickenzunahme des Bandgewebes. Daraus resultiert eine verbesserte Belastbarkeit und ein geringeres Reiß-Risiko.

 

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Knochen

http://www.vitanet.de/krankheiten-symptome/osteoporose/abbau-aufbau-knochen

Skript ,,Medizinische Grundlagen´´ DHfPG

https://de.wikipedia.org/wiki/Knorpel

https://de.wikipedia.org/wiki/Band_(Anatomie)

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