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Positiver Einfluss von Sport: 2. Der aktive Bewegungsapparat

Teil 2: Muskeln und Sehnen

Der aktive Bewegungsapparat setzt sich  zusammen aus der Skelettmuskulatur und deren Hilfseinrichtungen (Sesambeine, Schleimbeutel, Sehnenscheiden), und den Sehnen. 

Die Skelettmuskulatur

Bei der Skelettmuskulatur handelt es sich um jene Muskeln, die an unserem Skelett befestigt sind und so dessen Bewegung ermöglichen.* Ein jeder Muskel ist an mindestens zwei Punkten, Ursprung und Ansatz an den entsprechenden Knochen befestigt. 

*Einige Muskeln, wie z.B die Zungenmuskeln, sind zwar nicht an Knochen befestigt, zählen aber trotzdem zur Skelettmuskulatur, da sie Bewegung ermöglichen. 

Aufbau

Ein Skelettmuskel ist aus vielen einzelnen Muskelzellen (=Muskelfasern) aufgebaut.

Diese Muskelzellen sind zu mehreren zusammengefasst und von einer Hülle umgeben, und bilden so das Muskelfaserbündel.

Die Muskelfaserbündel sind abermals von einer Hülle, der Musklefaszie umgeben. Sie stellt die äußerste Schicht des Skelettmuskels dar.

 

Fasertypen

Muskeln bestehen nicht nur aus einem Fasertyp (Zellentyp), sondern aus drei verschiedenen:

Rote Muskelfasern, Weiße Muskellfasern und dem Intermediärtyp.

Je nach Individuum und Muskel (Bizeps, Latissimus etc.) sind mehr oder weniger Fasern des einen oder anderen Typs vorhanden.

Rote Muskelfasern (ST-Fasern) sprechen auf Reize langsam an, ermüden dafür aber nicht so schnell.

Ein Ausdauersportler besitzt viele ST Fasern.

Weiße Muskelfasern (FT-Fasern) sprechen schnell auf Reize an, ermüden dafür aber auch schneller.

Ein Kraftsportler besitzt viele FT-Fasern.

Der Intermediärtyp zeigt Eigenschaften beider oben genannten Fasern. Er lässt sich, wie vermutet wird, durch entsprechendes Training in die eine oder andere Faser umwandeln.

Nach ihrer jeweiligen Bewegungsrichtung kann man die Skelettmuskeln in folgende Gruppen unterteilen:

– Flexoren (beugen), z.B. der Bizeps

– Extensoren (strecken), z.B. der Trizeps

– Rotatoren (drehen), z.B. die Muskeln der Rotatorenmanschette (Schulter)

  • Adduktoren (an den Körper heranziehen), z.B. Muskeln auf der Innenseite der Oberschenkel
  • Abduktoren (vom Körper abspreizen), z.B. Muskeln auf der Außenseite der Oberschenkel

Was passiert nun, wenn wir Krafttraining machen?

Der Skelettmuskel reagiert je nach Belastungsstrucktur unterschiedlich. Eine von außen sichtbare Veränderung ist das Dickenwachstum des Muskels.

Unter Hypertrophie versteht man eine Verdickung jeder einzelnen Muskelzelle des Muskels, die gemeinsam einen sichtbaren Volumenunterschied im Muskel erzeugen. Die Zahl der Muskelzellen nimmt dabei also nicht zu.

Ob sich Muskelzellen auch vermehren können, und so zu einem Dickenwachstum des Muskels führen (Hyperplasie) ist noch ungeklärt. Wir wollen uns im weiteren also ausschließlich mit der Hypertrophie beschäftigen.

Hypertrophie


Krafttraining erzeugt viele kleine Verletzungen in dem betroffenen Muskel (sog. Microtraumata).

Da Muskelzellen ihre Teilungsfähigkeit verloren haben, scheint es auf den ersten Blick so, als müsste der Muskel also mit jedem Training (Trauma) dünner werden anstatt dicker.

Hier kommt ein bestimmter Zelltypus, die Satelitenzelle, ins Spiel. Jede Muskelzelle hat einen großen Vorrat an Satellitenzellen, welche direkt unter der Muskelfaszie, die den Muskel umgibt, gelagert werden.

Wenige Stunden nach dem Trauma werden nun Satellitenzellen nahe der Mikroverletztungen aktiviert.

Innerhalb der nächsten Tage vermehren sie sich diese und wandern schließlich in die zerstörten Gebiete des Muskels ein.

Dort verschmelzen sie mit den noch vorhandenen Muskelfasern und führen so insgesamt ein Dickenwachstum der Muskelfasern bzw. des Muskels herbei.

Mehr Muskelmasse sieht natürlich für sich schon gut aus, hilft uns aber zudem noch, schlank zu werden, da unser Energieverbrauch mit jedem Gramm an Muskulatur steigt. Wir können also mehr essen, ohne lästige Speckröllchen anzusetzen.

Außer der Ästhetik gibt es natürlich auch gesundheitliche Gründe für Krafttraining. Rückenschmerzen entstehen oft durch muskuläre Disbalancen und können durch entsprechendes Training leicht behoben werden.

Auch wer bis ins hohe Alter mobil bleiben möchte, sollte seine Muskeln mit einem sportlichen Programm kräftigen, da die Bewegung im Alltag, die bei den meisten sehr dürftig ausfällt, hierzu nicht ausreicht.

Sehnen

Sehnen sind dafür zuständig, dass die Kraft des Muskels auf den Knochen übertragen wird, und wir unser Skelett somit bewegen können.

Sie sind aus sehr zugfesten Kollagenfasern aufgebaut, und auf der einen Seite mit dem Knochen, auf der anderen Seite mit dem Muskel befestigt.

Krafttraining führt zu einer Erhöhung der Kollagenmenge und damit zu einer Dickenzunahme des Sehnengewebes, woraus eine höhere Belastbarkeit resultiert.

Quellen:

http://www.sportunterricht.de/lksport/fasertyp1.html

http://flexikon.doccheck.com/de/Skelettmuskulatur

Skript ,,Medizinische Grundlagen´´ DHfPG

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